Die Nagra ergänzte mit der Tiefbohrung Bülach den Kenntnisstand im Standortgebiet Nördlich Lägern. Im Fokus der Untersuchungen standen die Eigenschaften der Gesteine im Untergrund – insbesondere jene des Opalinustons, in dem das Tiefenlager angeordnet werden soll. Die Bohrung Bülach erreichte eine Tiefe von 1370 Metern. Es war die erste von neun Tiefbohrungen, die in der dritten Etappe der Standortsuche durchgeführt wurde.
Die tiefste Stelle
Die Bohrungen Bülach, Bachs, Stadel-2 und Stadel-3 ergänzen den Überblick der geologischen Verhältnisse der Region.
Der Opalinuston ist im südöstlichen Teil des Standortgebiets ruhig gelagert. Mit der Bohrung Bülach wurde der Rand dieser Zone untersucht. Der Opalinuston befindet sich in Bülach an der tiefsten Stelle im Standortgebiet. Dadurch konnten alle relevanten geologischen Schichten untersucht werden.
Versteinertes Korallenriff
Im Vorfeld zeigten sogenannte 3D-seismische Messungen – eine Art Ultraschall des Untergrunds – über dem Opalinuston einen Gesteinskörper, der sich vom umgebenden Gestein unterscheidet. Die Tiefbohrung Bülach hat gezeigt, dass es sich dabei um ein versteinertes Korallenriff handelt. Es liegt nicht unmittelbar über dem Opalinuston. Dazwischen befindet sich noch eine 30 Meter dicke Gesteinsschicht mit hohem Tonanteil, die sehr einschlusswirksame Eigenschaften hat. Das Korallenriff selbst hat eine Dicke von knapp 50 Metern.
Schon früher wurde gebohrt
In der Region Nördlich Lägern existieren bereits Daten einer früheren Bohrung, welche im Jahr 1983 in der Gemeinde Weiach durchgeführt wurde (Bild links). Die Sondierbohrung Weiach wies eine Endtiefe von 2482 Metern auf. Sie belegte erstmals zweifelsfrei die Existenz des sogenannten Permokarbontrogs, der tief ins kristalline Grundgebirge eingesenkt ist.
Bei Untersuchungen mittels sogenannten 3D-seismischen Messungen – eine Art Ultraschall des Untergrunds – hatte sich herausgestellt, dass sich im nördlichen Bereich des Standortgebiets Nördlich Lägern Störungszonen im tiefen Untergrund befinden. Für ein Tiefenlager muss die Geologie ungestört sein. Daher hatte die Nagra die weiteren Gesuche für Bohrungen in Weiach und Glattfelden, die im Rahmen der Tiefbohrkampagne 2019 bis 2022 eingereicht worden waren, wieder zurückgezogen. Es wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen.








