In der dritten Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager vervollständigte die Nagra das Bild des Untergrunds – unter anderem dank den neun Tiefbohrungen in den Jahren 2019 bis 2022. Im Fokus der Untersuchungen standen die Eigenschaften der Gesteine im Untergrund – insbesondere des Opalinustons, in dem das Tiefenlager gebaut wird.
Die Tiefbohrung Bözberg-1 erreichte eine Endtiefe von 1037 Metern. Es war die erste Tiefbohrung der damaligen Bohrkampagne im Standortgebiet Jura Ost. Später folgte noch die Tiefbohrung Bözberg-2.
Schon 1983 Opalinuston angebohrt
In der Region Jura Ost existieren bereits Daten einer früheren Tiefbohrung, die in der Gemeinde Riniken durchgeführt wurde. Diese Sondierbohrung aus dem Jahr 1983 sowie die Bohrungen Bözberg-1 und Bözberg-2 waren rund um die potenzielle Lagerzone im Untergrund angeordnet. Dadurch konnte der Überblick der geologischen Verhältnisse der Region perfekt ergänzt werden.
Die geologischen Schichten fallen im Standortgebiet Jura Ost gegen Süden hin ab. Die Bohrung Bözberg-1 befand sich am südlichen Rand des Standortgebiets. Dadurch konnten alle relevanten geologischen Schichten sowie der Opalinuston an der tiefsten Stelle im Standortgebiet Jura Ost untersucht werden.
Auf den Opalinuston stiess die Nagra übrigens schon bei der Sondierbohrung Riniken in den 80er-Jahren (das Bild rechts zeigt den Bohrplatz im Jahr 1983). Eigentlich suchte sie damals nach Granit, doch die kristallinen Schichten liegen an dieser Stelle viel tiefer als damals vermutet wurde. Rund 40 Jahre später halfen die Erkenntnisse aus der Probebohrung Riniken der Schweizer Endlagersuche trotzdem weiter: Sie trugen ihren Teil dazu bei, das Bild des Untergrunds in der Standortregion Jura Ost zu vervollständigen.
Bilder:
Gerry Thönen
Nagra








