Tiefbohrung Bachs


Die Tiefbohrung Bachs war die vierte im Standortgebiet Nördlich Lägern in Etappe 3 der Standortsuche.

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Die Nagra ergänzte mit der Tiefbohrung Bachs den Kenntnisstand im Standortgebiet Nördlich Lägern. Der Untergrund im östlichen Teil des Standortgebiets unterscheidet sich vom westlichen. In beiden Teilbereichen führte die Nagra zwei Bohrungen durch. Mit der Bohrung in Bachs wurden die Resultate der ersten Bohrung Bülach im westlichen Teilgebiet überprüft und bestätigt.

Die Tiefbohrung Bachs im Bachsertal ist die vierte Tiefbohrung im Standortgebiet Nördlich Lägern in Etappe 3 der Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager. Sie erreichte eine Tiefe von 1306 Meter. Es war die neunte und letzte Bohrung der Tiefbohrkampagne, die im Jahr 2019 begann.

Diverse Tests im Bohrloch


Die neuen Bohrungen Bülach, Stadel-2, Stadel-3 und Bachs ergänzen den Überblick der geologischen Verhältnisse der Region.

Bei den Bohrungen in Bülach und Stadel-​3 wurde oberhalb des Opalinustons ein versteinertes Korallenriff durchbohrt. Dieses teilt die Region in zwei Gebiete. Die Bohrung Bachs diente dazu, das Teilgebiet ohne Riff noch genauer zu untersuchen. Zudem konnten verschiedene Tests im Bohrloch ausgeführt werden, die für das Gesamtbild des geologischen Untergrunds in der Region interessant sind.

Bohrtechnische Probleme


Mit den Resultaten der Bohrung Bachs konnte die Nagra sehr zufrieden sein. Es wurden gute Gesteinsproben gewonnen und diverse Messungen durchgeführt. Bei dieser letzten der neun Tiefbohrungen in der Etappe 3 waren aber technische Probleme zu meistern.

Im Dezember 2021 blieb ein Messinstrument im unteren Teil des Bohrlochs stecken. Bergungsversuche blieben erfolglos. Das Messinstrument wurde zunächst in rund 800 Metern Tiefe einzementiert. Weil das Vorhaben, die Bohrung versetzt weiterzuführen, scheiterte, wurde in Absprache mit dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) im ursprünglichen Bohrloch weitergebohrt. Das steckengebliebene Messgerät wurde mit einem Spezialmeissel zermalmt.

Trotz der bohrtechnischen Probleme wurde die Bohrung Bachs im April 2022 gemäss vorgesehenem Zeitplan abgeschlossen. Damit erreichte die Nagra nach drei Jahren wie vorgesehen das Ende der Tiefbohrkampagne und wertete diese als Erfolg. An einer Ausstellung in Windisch wurden die Ergebnisse der Untersuchungen präsentiert, darunter über 400 Meter Bohrkerne. Heute lagern die Bohrkerne im Bohrkernarchiv in Mellingen. Es dient mehrheitlich der Forschung, öffnet seine Türen aber auch für Besuchergruppen.

 

Schon früher wurde gebohrt


In der Region Nördlich Lägern existieren bereits Daten einer früheren Bohrung, welche im Jahr 1983 in der Gemeinde Weiach durchgeführt wurde (Bild links). Die Sondierbohrung Weiach wies eine Endtiefe von 2482 Metern auf. Sie belegte erstmals zweifelsfrei die Existenz des sogenannten Permokarbontrogs, der tief ins kristalline Grundgebirge eingesenkt ist.

Bei Untersuchungen mittels sogenannten 3D-​seismischen Messungen – eine Art Ultraschall des Untergrunds – hatte sich herausgestellt, dass sich im nördlichen Bereich des Standortgebiets Nördlich Lägern Störungszonen im tiefen Untergrund befinden. Für ein Tiefenlager muss die Geologie ungestört sein. Daher hatte die Nagra die weiteren Gesuche für Bohrungen in Weiach und Glattfelden, die im Rahmen der Tiefbohrkampagne 2019 bis 2022 eingereicht worden waren, wieder zurückgezogen. Es wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen.

Mehr über die Sondierbohrung Weiach erfahren Sie im Technischen Bericht NTB 88-08.

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Arbeitsbericht
Dokumentation zur Tiefbohrung Bachs
Dokumentation zur Tiefbohrung Bachs

Arbeitsbericht NAB 20-08