Der schwedische Weg: Wissen für 100'000 Jahre bewahren


Der Kurzfilm «Bridging Millenia» zeigt, wie die Nachwelt über eine unserer langlebigsten Hinterlassenschaften informiert werden soll: radioaktive Abfälle.

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Radioaktive Abfälle bleiben über sehr lange Zeiträume gefährlich. Ein Endlager bleibt zwar langfristig passiv sicher – es funktioniert ohne Menschen, die das Lager die ganze Zeit bewachen oder kontrollieren müssen. Dennoch ist sich die Fachwelt einig: Egal wie sicher ein Lager ist, auch das Wissen sollte sicher «gelagert» werden. Doch wie schlagen wir diese Brücke in die Zukunft und schaffen es, dieses Wissen Zehntausende Jahre weiterzugeben?

Der 23-minütige Kurzfilm «Bridging Milennia» zeigt, welche Strategie Schweden gewählt hat, konkret: die Hintergründe zum schwedischen KIF, dem «key information file».

Cover des schwedischen KIF.

Ein Experiment über Zeit, Erinnerung und Verantwortung

Das schwedische KIF fasst die wichtigsten Informationen zum Endlager Forsmark in klarer, verständlicher Sprache zusammen. Ziel ist es, Menschen auch in ferner Zukunft zu erreichen und den Inhalt verständlich wiederzugeben – selbst wenn sich Sprache, Schrift und Kultur stark verändert haben.

Das KIF ist jedoch kein abgeschlossenes Dokument, das fortan für die Nachwelt aufbewahrt werden soll. Stattdessen soll eine Art lebendiges Wissen entstehen, das kontinuierlich an den Zeitgeist angepasst und neu interpretiert wird, damit er auch zukünftige Generationen erreicht.

Doch weil wir nicht in die Zukunft schauen können, bleiben grundlegende Fragen: Wer trägt die Verantwortung dafür, dass dieses Wissen erhalten bleibt? Wie kann man garantieren, dass ein Dokument über Zehntausende von Jahren überdauert – sprachlich, materiell und kulturell? Und wie verhindert man, dass künftige Generationen die Warnungen missverstehen?

Diese Fragen machen ein KIF nicht nur zu einem technischen oder administrativen Projekt, sondern gleichzeitig auch zu einem philosophischen Experiment über Zeit, Erinnerung und Verantwortung.

Bridging Millenia auf Youtube

Was macht die Schweiz?

Das Schweizer Gesetz verlangt, dass das Tiefenlager markiert und dokumentiert werden muss. Konkret ist die Nagra verpflichtet, mit dem Baugesuch ein entsprechendes Konzept einzureichen.

Die Nagra befasst sich seit Längerem mit dieser Herausforderung und tauscht sich auch auf internationaler Ebene zu diesem Thema aus. Mit dem Ziel, ein Schweizer KIF zu erstellen. Die Planung dafür läuft bereits.

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