Arbeitsbericht NAB 09-28
Vorschlag geologischer Standortgebiete für das SMA- und das HAA-Lager
Die Entsorgungspflichtigen haben gemäss Sachplan geologische Tiefenlager (SGT) in der ersten Etappe Vorschläge für geologische Standortgebiete für das SMA- und das HAA-Lager eingereicht. Das schrittweise Vorgehen bei der Einengung der geologischen Möglichkeiten und der Festlegung von geologischen Standortgebieten ist in Nagra (2008a, b, c) dokumentiert.
In diesem Einengungsverfahren ist der Tongehalt ein wichtiger Indikator zur Abschätzung der grossräumigen hydraulischen Durchlässigkeit von Gesteinsabfolgen resp. der Transmissivität präferenzieller Freisetzungspfade in diesen Gesteinsabfolgen, von denen keine hydraulischen Tests vorliegen. Als Tongehalt ist der Gehalt an Tonmineralen definiert resp. (aus methodischmesstechnischen Gründen) die Summe der Schichtsilikate + Akzessorien in Gew.%.
Die Abhängigkeit der hydraulischen Durchlässigkeit (resp. der Transmissivität) vom Tongehalt wird in Nagra (2008b, Kap. 4.1.1) diskutiert. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass Erfahrungen der Nagra in Tiefbohrungen der Nordschweiz und am Wellenberg gezeigt haben, dass in hydraulischen Tests in Gesteinsabfolgen mit durchschnittlichen Tongehalten von weniger als 20 bis 25 % regelmässig erhöhte Durchlässigkeiten (K > 10-9 m/s) gemessen wurden. Diese Aussage beruht auf einer Durchsicht der entsprechenden Berichte zu den Sondierbohrungen.
Weil das Thema bei der Beurteilung der Unterlagen der Nagra für Etappe 1 des SGT eine grosse Beachtung fand, wird im vorliegenden Bericht die systematische Auswertung von allen hydraulischen Tests in den erwähnten Bohrungen dokumentiert. Dazu werden die Methode und die methodisch bedingten Einschränkungen beschrieben.