«Terradura – Geologisches Tiefenlager Schweiz»: Diesen Namen trägt das Jahrhundertprojekt Tiefenlager seit heute. Der Begriff setzte sich in der Online-Abstimmung gegen vier andere Namensvorschläge durch. Ursprünglich wurden über 3000 Namensvorschläge aus der Schweizer Bevölkerung eingereicht.
Nationaler Beteiligungsprozess
In den vergangenen Wochen hat die Schweiz über den Namen abgestimmt, der künftig die Kommunikation zum geologischen Tiefenlager Schweiz prägen wird. Das «Namensforum Tiefenlager Schweiz» organisierte diesen nationalen Beteiligungsprozess.
Dabei konnten Interessierte aus allen Landesteilen ihre Ideen online einbringen. Die Jury des Namensforums wählte aus den über 3000 eingereichten Vorschlägen fünf für das finale Online-Voting aus.
Zur Wahl standen: ATLASuisse, Peradina, Stadelnova, Soluterra und Terradura.
Klares Ergebnis
- Terradura 39,4 %
- ATLASuisse 23,4 %
- Soluterra 17,8 %
- Peradina 12,5 %
- Stadelnova 6,9 %
Der Begriff Terradura kommt von «terra dura», was «feste Erde» bedeutet.
Bereits zuvor wurde festgelegt, dass der gewählte Name den beschreibenden Zusatz «Geologisches Tiefenlager Schweiz» tragen wird.
Einfacher Zugang zu einem anspruchsvollen Projekt
Das Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist ein Jahrhundertprojekt und betrifft die Region rund um Stadel im Zürcher Unterland, die Schweiz als Ganzes und langfristig auch kommende Generationen.
Ein Name ist dabei ein intuitiver Einstiegspunkt – ein einfacher Zugang zu einem anspruchsvollen Projekt, lange bevor technische oder politische Details im Vordergrund stehen. «Der Prozess zeigt, dass Beteiligung gelingt, wenn der Zugang einfach ist», sagt Martin Künzi als Vertreter des Namensforums. «Ein Name schafft einen ersten Anknüpfungspunkt zu einem Thema, das sonst schwer zugänglich ist.»
So kam das Tiefenlager zu seinem Namen
Zwischen August und September gingen 3’395 Namensvorschläge ein. Das Namensforum Tiefenlager Schweiz prüfte als Jury alle Ideen anhand der vorab veröffentlichten Kriterien: Verständlichkeit, Prägnanz, Bedeutungstiefe und Tragfähigkeit in mehreren Landessprachen. Zusätzlich brachten die Jurymitglieder Rückmeldungen aus ihren jeweiligen Netzwerken ein. In einem konsensorientierten Verfahren kristallisierten sich fünf Namen heraus, die in der Schweiz das grösste Potenzial haben, das Projekt angemessen zu begleiten: ATLASuisse, Peradina, Soluterra, Stadelnova und «Terradura».
Die anschliessende Abstimmungsphase wurde schweizweit genutzt – mit einer stärkeren Beteiligung aus der Deutschschweiz (85 %), aber spürbaren Stimmen aus der Romandie und dem Tessin (15 %). Der meistgewählte Vorschlag «Terradura» wird künftig in der Kommunikation verwendet, ergänzt durch den beschreibenden Zusatz «Geologisches Tiefenlager Schweiz».
Der Name Terradura wird in den nächsten Wochen und Monaten schrittweise in die Kommunikation eingeführt. Der Namensprozess ist damit abgeschlossen – der öffentliche, fachliche und gesellschaftliche Diskurs zum geologischen Tiefenlager Schweiz geht weiter.
Mitglieder der Jury:
Dominik Bonderer
Leiter Kommunikation, Baudirektion Kanton Zürich, Vertretung Ausschuss der Kantone und Standortkanton Zürich
Reto Grossmann
Gemeinderat Stadel, Regionalkonferenz
Martin Künzi
Moderation (Mosaik & Partners)
Luca Rüedi
Bevölkerungsvertretung Regionalkonferenz
Philipp Senn
Mitglied der Geschäftsleitung, Nagra
Lisa Stalder
Kommunikationsspezialistin, Mitglied Beirat Entsorgung
Thierry Strässle
Paul Scherrer Institut PSI, Mitglied Verwaltung Nagra
Patrick Studer
Leiter Kommunikation / Mediensprecher, Nagra
Gabriela Winkler
Kommunikations- und Branchenexpertin, Regionalkonferenz
Die Rolle der Nagra
Die Nagra ist für die Planung und den Bau des Tiefenlagers verantwortlich. Das Projekt zur Findung eines Namens für das geplante Tiefenlager wird vom «Namensforum Tiefenlager Schweiz» geführt. Die Nagra ist lediglich Teil der Fachjury und trägt die Kosten für die Website und die Moderation.
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