Früher als gefordert: Nagra veröffentlicht Tiefenlager-Dokumente


Die Nagra hat das Rahmenbewilligungsgesuch veröffentlicht – drei Jahre vor der öffentlichen Auflagephase durch die Behörden. So will sie frühzeitig eine fundierte und breite Debatte ermöglichen.

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Im November 2024 hat die Nagra das Rahmenbewilligungsgesuch für ein Tiefenlager in Nördlich Lägern eingereicht. In einem ersten Schritt haben die Behörden das Gesuch auf Vollständigkeit geprüft. Die Nagra musste verschiedene Punkte verbessern und ergänzen (siehe Kasten). Nun hat sie das überarbeitete Gesuch bei den Behörden eingereicht und gleichzeitig auf einer speziell dafür eingerichteten Webplattform veröffentlicht.  

Die öffentliche Auflage des Gesuchs durch die Behörden findet erst 2028 statt.

Die Webplattform

Unter der Adresse www.drbg.ch lassen sich sowohl das gesamte Rahmenbewilligungsgesuch für das Tiefenlager als auch das Gesuch für die Verpackungsanlage studieren. Mit der Suchfunktion können Interessierte die eigentlichen Gesuche, die sogenannten Gesuchsunterlagen sowie sämtliche dazugehörigen Fachberichte durchforsten.  

«Uns ist wichtig, dass alle Interessierten das Gesuch bereits heute und während längerer Zeit studieren können», erklärt Nagra-CEO Matthias Braun, «deshalb veröffentlichen wir die Unterlagen schon jetzt.» Ein Jahrhundertprojekt wie das Tiefenlager brauche neben der Prüfung durch die Fachbehörden auch eine breite gesellschaftliche Debatte, so Braun.  Diese wolle man mit der frühzeitigen Publikation ermöglichen.  

Mit dem Gesuch legt die Nagra dar, warum Nördlich Lägern aus ihrer Sicht der beste Standort ist und ein Tiefenlager dort langfristig höchste Sicherheitsstandards erfüllt. Zudem beantragt die Nagra mit dem Gesuch die Eckpfeiler für das Projekt. Weiter wird gezeigt, dass ein Tiefenlager sicher gebaut und betrieben werden kann – auch wenn es anspruchsvoll ist. Die Nagra muss im Gesuch zudem aufzeigen, wie das Lager und der Bau der Anlage mit dem Umweltschutz vereinbar ist.  

Diese Punkte musste die Nagra ergänzen


Unter anderem verlangten die Behörden klarere Verweise in den Gesuchsunterlagen zu den dazugehörigen Fachberichten. Der Umweltverträglichkeitsbericht und das zugehörige Pflichtenheft mussten ergänzt werden: So fehlten einige Angaben dazu, wie die Baustellen umweltverträglich gestaltet werden können oder welche Fachleute beim Bau beigezogen werden müssen. Weiter musste die Nagra ausführlicher darlegen, inwiefern der Schutz von Thermalwasser gewährleistet ist. Die Behörden verlangten zudem zusätzliche Angaben für den Fall, dass die beantragte Lagerreserve auch tatsächlich vollumfänglich genutzt würde.  

Die Nagra hat die Angaben ergänzt und verbessert und das überarbeitete Gesuch eingereicht. Nun beginnt die inhaltliche Prüfung durch die Behörden.  

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